Fußheberparese – Definition & Ursachen – Symptome & Therapie

FußheberpareseDer Fußheber, auch „vorderer Schienbeinmuskel genannt, bezeichnet die wissenschaftliche Anatomie als Musculus tibialis anterior. Er verläuft entlang der Außenseite des Beines und somit quasi neben dem Schienbein her. Der Fußheber endet etwa in der Mitte der Fußwölbung. Sein Trivialname – Fußheber – beschreibt auch gleichzeitig seine Hauptfunktion. Eine Parese des Fusshebers ist per Definition eine unvollständige Lähmung. Der Fuß lässt sich damit nur noch mangelhaft oder gar nicht mehr kontrollieren. Es kommt zu einem Gangbild, in dem das betroffene Bein in einer kreisförmigen Hüftbewegung kraftvoll nach vorne geholt wird. Ein normales Abrollen des Fußes ist nicht mehr möglich.

Ursachen für eine Fußheberparese

Zu den möglichen Ursachen der Parese zählt der Arzt zum Beispiel eine Schädel – Verletzung oder auch andere Verletzungen des Beins. Dementsprechend kann auch ein Schlaganfall zu einer Parese führen. Beim Schlaganfall erlebt das Gehirn plötzlich und unvermittelt eine Durchblutungsstörung. Dabei nehmen einige Nervenzellen Schaden. Sind diese Schäden gravierend, so können die Zellen auch absterben.

Weniger stark betroffene Regionen erleben dieses Problem weniger dramatisch und können zumeist wenigstens teilweise wiederhergestellt werden. Die Folge aus nachhaltig geschädigten Zellen sind einseitige Lähmungen und Gefühlsstörungen in Armen und Beinen. Vor diesem Hintergrund kann auch der Fussheber von einer Parese betroffen sein. Es versteht sich von selbst, daß Schlaganfälle usw. zunächst einen Aufenthalt im Krankenhaus / in der Klinik nötig machen. Nur der Arzt in einen Krankenhaus kann die erforderliche medizinische Versorgung durchführen.

Die Multiple Sklerose (MS) stellt eine entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems in Gehirn und Rückenmark dar. Diese Erkrankung hat einen chronischen Charakter und verläuft klassischer Weise in Schüben. Die Auswirkungen daraus können über Wochen sehr unterschiedliche Formen annehmen. Eine eingeschränkte Sehkraft, eine Störung der Sprache oder auch ein Taubheitsgefühl in den Armen und Beinen sind dann für eine unbestimmte Zeit die Folge. Diese Einschränkungen können bis zu einer vollständigen Lähmung des gesamten Körpers reichen. Je nach Verlauf eines Schubes können auch nach dessen Abklingen Einschränkungen oder Beeinträchtigungen bestehen bleiben – auch eine Parese, zum Beispiel eine Fußheberlähmung. Leider kann dabei nichts helfen – eine MS – Erkrankung kann auch nicht operiert werden. Da hilft es nur, sich mit der Krankheit zu arrangieren.

Auch ein Bandscheibenvorfall kann zur Fussheberschwäche führen. Dabei tritt die Gallertmasse aus und übt lange Druck auf die Rückenmarksnerven aus. Der Druck auf den Nerv führt zu Rückenschmerzen und zu Beschwerden in den Armen und Beinen. Auch hier kann die Parese eine Folge sein. Glücklicherweise kann das zumeist erfolgreich operiert werden, so dass die Einschränkung behoben werden kann.

Typische Symptome für eine Lähmung

Der Betroffene nimmt seine Umgebung, bei aller Liebe zu den Menschen, beim Gehen kaum noch wahr – er ist auf unbestimmte Zeit, oft über Wochen, stark darauf konzentriert nicht zu stolpern oder gar hinzufallen. Beim Gehen wird statt der gesamten Fußsohle nur der Vorderfuß aufgesetzt und das normale Vorschwingen des Beines sowie Abrollen des Fußes ist bei einer Fußheberschwäche zusätzlich einfach nicht mehr möglich. Das Sprunggelenk kann nicht mehr genutzt werden. Am betroffenen Fuß ist auch das das Krallen der Zehen ein mögliches Symptom der Lähmung. Ohne geeignete mechanische Hilfe schwingt ein solches Bein nicht mehr einfach nur lässig nach vorne, es wird durch eine Schwungbewegung des gesamten Beines nach vorne geholt. Natürlich ist das eine Möglichkeit, führt aber auch Dauer zu Schmerzen im Bereich von Hüfte und Becken.

Diagnose und Verlauf der Erkrankung

Fussheberparese UntersuchungSchon das klinische Bild ist so typisch, dass sich daraus die Schädigung und die Diagnose berechtigt vermuten lässt. Allerdings ist die Abgrenzung zu einer Schädigung der Nervenwurzel im Bereich von L5 nicht in jedem Fall ganz einfach.

Die Nervenleitgeschwindigkeit wird bei einer Teilschädigung gedrosselt. Auch der Peroneusreflex weist eine Abschwächung auf. Lediglich der ohnehin leichter auslösbare Achillessehnenreflex bleibt im Gesamtbild erhalten, denn die hintere Wadenmuskulatur wird nicht durch Nerven versorgt. Eine vorhandene Nervenschädigung ist auch durch eine Messung der Muskelaktionspotentiale in der versorgten Muskulatur objektivierbar. Ist ein Bandscheibenvorfall Grund für die Symptomatik, dann kommen zu der Fußheberparese auch noch Störungen des Gefühls und Schmerzen hinzu.

Behandlung der Fußheberparese

Da die Fußeberparese letztlich immer kausal zu einer andern Ursache ist, gilt es diese bei der Behandlung natürlich zu suchen und dann zu berücksichtigen. Ist die Parese die Folge eines Bandscheibenvorfalls, so ist es wichtig auch die Rückenmuskulatur zu kräftigen. Dazu gibt es mehrere gute Übungen. Diese Übungen sind längst bewährt und helfen auch hier bei kleinem Aufwand deutlich. Dazu legt sich die betroffene Person auf den Rücken, die Beine angewinkelt, und hebt dann den unteren Rücken nebst Gesäß an. Die Schulterpartie und der Kopf bleiben liegen. Diese Position wird einige Sekunden gehalten, ehe Rücken und Gesäß wieder abgesenkt werden. Im Verlauf einer Reha sehen die Übungen durchaus ähnlich aus.

Es gibt auch eine Übung in Bauchlage. Dazu werden die Fußspitzen aufgestellt. Die Bauch- Muskeln werden angespannt und Schulterblätter werden zur Wirbelsäule gezogen. Das Kinn wird zum Doppelkinn nach unten gezogen. Aus dieser Anspannung heraus werden nun abwechselnd ein Bein und der jeweils gegenüberliegende Arm gehoben. Auch diese Vorgehensweise zur Muskelstärkung findet sich in der Reha wieder. Jeder wahrgenommene Termin hilft.

Eine andere Übung zielt direkt auf den Fuß ab. Dazu setzt sich die betroffene Person und versucht mit beiden Fersen auf dem Boden beide Fußspitzen gleichzeitig anzuheben. Es ist hilfreich diese Übung zeitgleich mit der gesunden Seite zu machen. Im Zweifel kommt normal hierbei auch der Oberschenkel in deutliche Aktion.

Bandscheibenvorfall am HalsEntsprechend gut ausgearbeitete Übungen gibt es auch mit dem Theraband. Im Sitzen spannen Sie das Band um den Fuß und bewegen die Fußspitze langsam vor und zurück. Nicht zuletzt hilft auch das Barfuß- laufen mit diversen Stimuli die Fuß- Muskeln zu aktivieren. Ebenso die Reize einer Igelball Massage, die die Durchblutung im gesamten Fuß verbessern. Auch hier betrifft die Übung das gesamte Bein inkl. Oberschenkel. All das wirkt sich sehr günstig auf die Heilung der Fußheberparese aus. Bereits eine Woche kontinuierliche Übungen bringen viel. So mancher Link in Google bringt sicher ein paar weitere Übungen.

Nicht zuletzt helfen auch orthopädische Maßnahmen und Geräte mit funktioneller Elektrostimulation, die die Probleme der fehlenden Fusshebermuskulatur kompensieren können. Damit wird das Laufen wieder möglich. Dazu zählen unter anderem auch Textilorthesen, die die Peroneuslähmung in praktisch allen Ausprägungsgraden konkret und direkt unterstützen.

Rezeptfreie Medikamente bzw. mögliche Therapien

Was die Einteilung relevanter rezeptfreier und rezeptpflichtiger Medizin und Medikamente betrifft, so ist das in diesem Fall nicht so ganz einfach. Insbesondere zur Therapie mit Schmerzmedikamenten gibt es die Präparate in geringen Dosierungen noch rezeptfrei. Erst die höher konzentrierten Varianten sind rezeptpflichtig.

  • Die weitaus meisten rezeptfreien Präparate zur Behandlung der Fußheberparese basieren auf der Wirkung von Capsaicin. Diese Substanz ist als natürliches Alkaloid in verschiedenen Paprika-Arten zu finden. Bei Säugetieren (also auch beim Menschen) verursacht es einen Hitze- oder Schärfereiz und damit die Freisetzung von Neuropeptiden wie Substanz P. Chemisch ist Capsaicin als Vanillylamid ein Fettsäureamid (trans-8-Methyl-6-nonensäure). Diese Wirkung geht von den rezeptfrei erhältlichen Capsaicin-Pflastern aus.
  • Um die Schmerzen zu lindern stehen auch Ibuprophen und Diclofenac als Medizin in ihren schwächeren Dosierungen rezeptfrei zur Verfügung. Diese Schmerzmittel lindern die Symptomatik und helfen dem Betroffenen dabei die entsprechenden Partien zu entspannen. Nur durch eine solche Hilfe ist eine Linderung in Summe überhaupt möglich.
  • Sorgen und Stress lassen die Nerven bei aller Liebe zur Arbeit gerne mal blank liegen. Das lässt die Stimmung in den Keller fallen. Vitamin B ist eine der bedeutsamsten Nährstoffe für Nerven. Das gilt in diesem Fall nicht nur für die Nerven, die den Geduldsfaden bilden, sonder auch für die Nerven, die an der Parese beteiligt sind.

Rezeptpflichtige Medikamente bzw. mögliche Therapien

Die Liste der rezeptpflichtigen Präparate ist ihrer Natur gemäß länger, als die der rezeptfreien Medikamente. Dazu zählen:

  • Levium
  • Amitriptylin, Nortriptylin
  • Desipramin, Maprotilin
  • Venlafaxin
  • Duloxetin
  • Gabapentin
  • Pregabalin
  • Carbamazepin
  • Lamotrigin
  • Tramadol ret.
  • Morphin ret.
  • Oxycodon
  • Lidocain-Pflaster
  • Capsaicin-Salbe
  • Kortokoide – schwellen das Gewebe ab und haben somit das Ziel die Nerven
    zu entlasten

Vorbeugende Maßnahmen der Krankheit

Lange bevor es zum „Schaden“ kommt, gehört die Prophylaxe auf die Startseite der Möglichkeiten. Auf dieser Startseite gibt es unterschiedliche Maßnahmen und Verhaltensregeln zur Vorbeugung. Die Tatsache, dass der Schlaganfall (als eine der möglichen Ursachen) zur Volkskrankheit geworden ist, kann und darf nicht heißen, dass ihm auch jeder hilflos ausgeliefert ist. Zu dessen Vorbeugung finden sich die zum Klassiker gewordenen Regeln auch hier wieder. Sie finden hier Antworten auf Ihre Fragen:

  • hohen Blutdruck senken
  • Übergewicht abbauen
  • erhöhte Blutfettwerte normalisieren.
  • eine gesunde ausgewogene Ernährung, frische Luft und Bewegung sind erforderlich
  • das Rauchen am Besten komplett aufgeben
  • sollten Sie Gerinnungshemmer nach ärztlicher Verordnung einnehmen, so nehmen Sie diese bitte regelmäßig nach Verordnung des Arztes ein.
  • auf einen zu hohen Alkoholgenuss sollte prinzipiell verzichtet werden.

Bei multipler Sklerose als Ursache sieht es leider vollkommen anders aus. Da die Ursachen dieser Erkrankung nicht wirklich bekannt sind, gibt es auch keine Antwort auf die Krankheit als vorbeugender Maßnahme.

Bei einem Bandscheiben – Vorfall sieht das alles schon wieder ganz anders aus. Ein Bandscheiben- Vorfall hat zumeist eine Entstehungsgeschichte. Einfach so – quasi aus heiterem Himmel – kommt es nur sehr selten dazu.

Bandscheiben wollen sich bewegen. Das tut ihnen nicht nur gut, das versorgt sie auch noch mit den nötigen Nährstoffen. Sport und sportliche Betätigungen wie Wandern, Walking, Schwimmen und praktisch Gymnastik jedweder Art sind bestens dazu geeignet, einem Bandscheibenvorfall vorzubeugen. Ein weiterer Punkt ist möglicherweise die größte Herausforderung der Maßnahmen – vorhandenes Übergewicht muss reduziert werden. Übergewicht ist einer der wesentlichen Risikofaktoren auf dem Weg zum Bandscheibenvorfall. Letztlich zählen aber auch das richtige Sitzen und das richtige (ergonomisch optimale) Heben von Lasten zu den Schutzmaßnahmen der Bandscheiben. Das kann zu Reizungen des Nervs führen. Unter Umständen kann schon das Tragen eines Wäschekorbes im eigenen Haushalt die Antwort auf die Suche nach dem „Tod“ der Bandscheibe sein. Da der Bandscheibenvorfall und gedrückter Nerv eine der Hauptursachen der Peroneus Parese ist, gelten all diese Punkte auch als vorbeugende Maßnahmen gegen die Parese.

Weitere Informationen zu diesem Krankheitsbild

In vielen Fällen führt der diagnostische Weg zunächst ins MRT. Im MRT können die Ärzte auch im Unterschenkel die Feinheiten erkennen, die zu einer sicheren Diagnose notwendig sind. Da es sich um eine nervliche Angelegenheit handelt, werden die Neurologen hinzugezogen, um dabei zu helfen, den Unterschenkel genauer zu untersuchen. Es ist oft so, dass nur die ineinander verzahnte Betrachtung der Situation aus den Blickwinkeln verschiedener Fachärzte helfen kann, die richtige Behandlung zu finden. Dabei geht es letztlich um Ihre Gesundheit.

Dieses Thema wird mittlerweile auch in Deutschland in vielen Büchern behandelt – die sind nach Stichwortverzeichnis rasch gefunden. Dabei sehen die unterschiedlichen Autoren dieses Thema natürlich aus unterschiedlichen Blickwinkeln und kommen dabei auch zu ihren eigenen interessanten Schlüssen. Auf den ungezählten relevanten Kontakt – Portalen (auf denen dieses Problem nicht nur auf die Schnelle behandelt wird) muss man sich allerdings vielfach erst mal anmelden/ registrieren, um Newsletter etc. abonnieren zu können. Diese Seiten können nach kurzem googlen leicht gefunden werden. Hat man sie gefunden, ist das Anmelden/ registrieren auf die Schnelle erledigt – die Nutzungsbedingungen müssen allerdings in jedem Fall anerkannt werden. Im Gegenzug melden sich diese Kontakt – Quellen regelmäßig mit den aktuellen Informationen. Dieses melden geschieht im Normalfall kostenlos. Achtung – je nach Provider und dessen Einstellung kann so eine Antwort als Newsletter – Mail auch im „Spam“ gefunden werden. Also nicht vergessen – auch da ab und zu mal rein zu schauen. Diese kleinen Mails enthalten tatsächlich oft Infos, die sehr hilfreich sind. Manchmal sind es auch und gerade die kleinen Tipps aus einem Neurologie- Forum, die sich für den Patienten als hilfreich erweisen und Besserung versprechen. Diese Erkrankung muss auch in höheren Altersstufen nicht zwingend die Rente bedeuten. Es gibt viele Hilfsmittel, die den Umgang mit diesen Symptomen. Sie geben den Betroffenen ein Sicheres Gefühl in der Bewegung.

Die hier gemachten Informationen ersetzen nicht die Betreuung, Beratung oder Versorgung durch Ärzte. Dieses Portal stellt die Informationen unverbindlich für interessierte bereit und beruht dem aktuellen Wissensstand. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit wird jede Haftung ausgeschlossen. Bei akuten Symptomen informieren sie ihren Hausarzt oder dessen Vertreter. In lebensbedrohlichen Situationen verständigen sie unverzüglich den Rettungsdienst unter der Telefonnummer 112.